*Ich zitiere:
Stalker: jemand der andere Personen unaufhörlich verfolgt, bedrängt oder bedroht
Stalking: wird im Sprachgebrauch als willentliches und wiederholtes (beharrliches) Verfolgen oder belästigen einer Person verstanden, deren physische oder psychische Unversehrtheit dadurch unmittelbar, mittelbar oder langfristig bedroht und geschädigt werden kann.
Na, klingelt da was, Großer?*
>Musst du auch noch Salz in die Wunde streuen?<
*Welche Wunde denn? Dir geht es blendend, abgesehen von deinen abartigen, psychopathischen Stalker-Tendenzen* giftete der Quälgeist zurück.
Nun in einem Punkt musste ich ihm Recht geben, was ich aber niemals gestehen würde. Ich weiß einfach nicht, was über mich kam. Es war da, dieser Drang, dieser übermächtige, alles überschattende Drang sie wiederzusehen.
Ich konnte gar nicht anders, als diesem Drang nachzugeben, meine süße geliebte Helena, Sonne meiner Welt, wiederzusehen.
Ich war doch nur neugierig…
*und besessen…Du bist wohl der Erotomanie verfallen, was?*
>Mund zu< knurrte ich, ob einer besseren Antwort einfach nur zurück.
Nun ja, ich konnte es einfach nicht ertragen von ihr getrennt zu sein, es verursachte mir seelische Schmerzen mich nicht in ihrer beruhigenden Präsenz sonnen zu können, ihren exquisiten Duft nicht atmen zu können, ihr engelsgleiches Antlitz nicht bewundern zu können.
Wenn ich zu spät komme, wird sie ein anderer Mann bezirzen, jenen wird sie dann um ihre zierlichen kleinen Finger wickeln, wie die Kleinstadtpomeranzen ihren ausgelutschten Kaugummi, bis dieser den Verstand verliert und ihr willenlos ergeben ist. ICH möchte dieser Mann sein…
Und hier stehe ich, völlig gefangen. Ich liebe sie mich reizt ihre schöne Gestalt
*Das erinnert mich jetzt irgendwie an den Erkönig…Du willst sie aber nicht umbringen? Oder?!*
eigenommen von ihrem bezauberndem Wesen.
*Du kennst sie doch noch gar nicht…aber ich, ja ICH hab sie schon immer gekannt!*
Ach was würde ich dafür geben, wenn ich sie doch nur ansprechen könnte, anstatt sie immer nur aus der Ferne zu bewundern.
*Du meinst wohl anstarren…und das ohne zu zwinkern, wie ein schmieriger Pirat mit Glasaugen…brrr…Du weißt, dass das gruselig ist, ja?!*
Nun ja eigentlich wollte ich weiter von meinen wochenendlichen Eskapaden berichten,
*Junge, Eskapaden wären es gewesen, wenn du gesoffen und gehurt hättest. Das was du gemacht hast war einfach nur falsch, auf so vielen Ebenen, und wirklich gruselig, wenn du mich fragst, aber mich fragt ja hier mal wieder keiner…*
weswegen ich mich gerade im Selbstmitleid suhle.
*Wir haben ja schon festgestellt, dass man sich darin nicht ertränken kann…*
>…< Ich gab meinem Quälgeist den Ich-bin-hier-der-Vampir-mach-keinen-Scheiß-Blick.
*Sorry, mach weiter. Ich wollte nur ein paar wesentliche Details hinzufügen.*
Ich verließ Freitag die Schule, dieses Höllenloch, wie gewöhnlich und eilte nach Hause, ich brauchte zeit für mich selbst, verschanzte mich an meinem Zufluchtsort und betete, dass dieser bittersüße Traum enden möge.
Nach nur wenigen Tagen war ich einer ausgewachsen Panikattacke so schnell so nah, wie noch nie zuvor in meiner elenden, unendlichen Existenz.
Ich brauchte dringend Hilfe, das sah ich langsam ein, doch von wem? Ich hasste es dies vor mir selbst zugeben zu müssen, doch ich fand keinen alternativen Weg aus diesem Schlamassel epischer Ausmaße.
Langsam erhob ich mich aus der Ecke meines Zimmers, in welcher ich die letzten Minuten, oder waren es Stunden?, zugebracht hatte und versuchte den letzten Rest meiner Würde in mir selbst ausfindig zu machen und dieses kümmerliche Überbleibsel zu übergeben mit der verzweifelten Hoffnung auf Hilfe.
Wie ein Dieb stahl ich mich durch das eigene Zuhause, um zum einzigen Arbeitszimmer, abgesehen von Carlisles, zu gelangen. Ich wusste, wen ich dort finden würde.
kaum erreichte ich den Gang muss ich gestehen, dass ich wie ein lichtscheues Getier zu besagter Tür huschte um mich durch den kleinstmöglichen Spalt hindurchzuzwängen, sodass ich diese nach meinem Eintreten sofort hinter mir schließen konnte.
Mit leicht panischem Blick, leichtaufgerissenen Augen, einem etwas zu schnellen Heben und Senken meiner perfekt geformten, eiskalten Burst und eng an das Holz der Tür gedrückt nahm ich den Raum in Augenschein.
Der einzige Anwesende in diesem Zimmer des Hauses hatte mich längst wahrgenommen, sowie auch das farbenfrohe Spektrum meiner aufgewühlten Gefühle, die ein wahres durcheinander darstellen mussten.
< Wie kann ich dir helfen, Edward?> drang Jasper äußerst ruhige und beruhigende Gedankenstimme zu mir durch.
Ich wusste nicht auf welche Art ich mein Anliegen vorbringen sollte und bedingt durch meinen völlig aufgelösten zustand, platzte es aus mir heraus, ohne Grazie, ohne rhetorisches Geschick.
"Jasper, ich brauche einen Psychologen!"
Mir deuchtet als wollten die Mundwinkel meines Bruders wollten, ob meiner absurden Darstellung amüsiert zucken, doch sobald er die Ernsthaftigkeit meines Anliegens spürte wurde seine Haltung und seine Mentalität zu der eines Psychologen mit suma cum laude Abschluss von der Universität Princeton.
<Edward, setz dich bitte.>
Ich tat wie geheißen. Ich konnte nicht anders als mich zu beruhigen, was bestimmt auch daran lag, dass mein Bruder als meine persönliche Beruhigungspille fungierte.
Jasper saß da, in einem bordeaux-roten, genieteten Ledersessel, entspannt zurückgelehnt, die Beine überschlagen. Durch Alice diktatorische Herrschaft über unser aller Kleiderschränke fühlte es sich nicht nur an, als würde ich einem der fähigsten Psychologen gegenübersitzen, sondern es sah auch noch danach aus, denn sein Aufzug schrie förmlich den Titel Doktor.
"Nun" fing ich an und war ungewöhnlich zuckhaft und zappelig für einen Vampir. In mir machte sich die Vermutung breit, dass ich Entzugserscheinungen aufwies, wenn man alle Symptome in Betracht zog.
"also, ich hab’ Halluzinationen, visuelle und akustische. Ich höre eine Stimme und ich möchte sie abschalten. Sie treibt mich in den Wahnsinn! Sie ist penetrant und vulgär! Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll! Sie gibt mir Anweisungen, unmoralische, ekelerregende und doch so verflucht verlockende erotische Anweisungen, dass ich mich kaum mehr dagegen wehren kann! Hilf mir Bruder!" Und so hatte ich innerhalb von Sekunden mein steinernes Herz ausgeschüttet, meinen seidigen bronzeschimmernden Haarschopf in tiefste Unordnung gebracht und meine größten Geheimnisse offenbart.
<Du sagst also, Edward, dass du eine Stimme hörst, die dich versucht zu überreden sexuell intim mit einem Mädchen zu werden?> hakte Jasper nach um sicherzustellen, dass er alles richtig verstanden hatte.
"Ein Mädchen? Ein Mädchen?!Nein Bruderherz! Eine Göttin! Ich traf Aphrodite selbst und sie raubte mir den verstand. In ihrer Gegenwart kann ich mich nicht konzentrieren, traue mich nicht einmal sie anzusprechen, weil ich weiß, dass ich ihrer unwürdig bin und mich der Schande bewahren will mich zu einem völligen Narren zu machen. Und oh Gott! Ihr Duft Jasper! Ich habe noch nie etwas so bezauberndes gerochen, es muss der Duft des Himmels sein, oder von Ambrosia, dem Göttertrank selbst! Ich fühle mich so hingezogen zu ihr und ich weiß absolut nicht, auf welche Weise ich mich ihrer nähern könnte!"
Ich hatte mich in Rage geredet nur um einer tief verwurzelten Verzweiflung, ob meiner Unfähigkeit, Platz zu schaffen.
Plötzlich eingeengt und einer Panikattacke nahe, sprang ich von meinem Sessel auf und fing an, wie ein gefangenes Tier, auf und ab zu laufen.
Jasper beobachtetet mich und mein Verhalten mit aufmerksamen Augen und nach wenigen Minuten bot er mir endlich seinen Rat an.
<Nun, wenn ich, rein als Psychologe urteilen müsste, ohne deinen Status als Vampir in Betracht zu ziehen, würde ich sagen, dass du unter einem schwerwiegenden Fall von Schizophrenie leidest, was keinesfalls unbehandelt bleiben darf, was dir höchstwahrscheinlich einen Aufenthalt in einem Institut für mentale Krankheiten einhandeln würde. Als dein Bruder jedoch, vermute ich, dass diese Stimme deine innersten Sehnsüchte und Gelüste an die vorderste Front deiner Gedanken projiziert, damit dein seit Jahrzehnten sexuell inaktiver Körper erwacht. Sozusagen. Ich schätze, wenn du mit deiner Anima, die du in jenem Mädchen entdeckt hast , in Kontakt trittst wird sich diese Stimme wahrscheinlich beruhigen.>
Was hat Jasper gerade gesagt?!
Bella ist meine Anima?
Die Anima ist die innere Idee eines Mannes des Weiblichen. Natürlich kann ich Bella nicht widerstehen, wenn sie meine Anima verkörpert. Meine Seele ruft nach ihrer. Alles an ihr zieht mich an wie die Flamme die Motte.
ich soll mit ihr in Kontakt treten hat mein Bruder vorgeschlagen. Und was dann? Was ist, wenn mich dieser Quälgeist doch nicht mehr in Ruhe lässt? Mich weiterhin zu schändlichen, unmoralischen Taten verleiten will, die nur im ehelichen Gemach stattfinden und die Diskussion dessen für mich unmöglich scheint?
Meine Gedanken treiben mich in den Wahnsinn und ohne es zu merken verkroch ich mich. Meine Gedanken waren ein undurchschaubares Wirrwarr und ich verlor mein Zeitgefühl als ich mich in meiner geheimsten Zuflucht verkroch.
*Großer, das heißt dann wohl, dass du deinen knackigen, panischen, von Ängsten erfüllten, viktorianischen Hintern für Stunden im hintersten Eck des Dachbodens geparkt hattest, oder?!*
>Musst du das so laut herum posaunen?<

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