Da hat mir Carlisle mal richtig den Kopf gewaschen...
*Jaja mit Gallseife! Was flennst du auch rum? Selbst schuld, sag ich da nur! Bah, Heulsuse, echt eh! Aber dann nicht mal den Mut finden, das Vergangene hinter dir zu lassen! Ich hatte schon mal Heulsuse erwähnt, ja?*
Wie soll ich mich meiner Schönen nur nähern?
*Indem du hingehst und sagst: Guten Tag, ich bin Edward! Du bist wunderschön… können wir jetzt zum Wesentlichen kommen?*
Schließlich will ich mich ja nicht wie der letzte Trottel aufführen, jetzt, wo ich festgestellt habe, dass es die Inkarnation der Venus wirklich gibt.
*Du wirst dich so oder so zu Trottel machen, glaub mir!*
Ich brauche einen Plan...
Am besten wäre es, wenn ich meinen Stundenplan ändern würde, dann könnte ich meine Helena wenigstens schon mal aus der Ferne beobachten.
*Genau, so lange bis sie denkt, dass du sie stalkst! Toller Plan! Du hast es echt voll drauf… Ihr hinterherzulaufen, wie eine Biene der Blüte…*
>Wenn du einen besseren hast nur heraus damit!< grollte ich und brachte mein nerviges Alter Ego effektiv zu Schweigen.
Ich begab mich an meine Hausaufgaben. Ja, auch kleine Vampire werden davon nicht verschont (eine lateinische Übersetzung des kompletten siebten Buchs des Bellum Gallicum (*Haben die eine Meise unterm Pony?*), in Biologie eine exakte Zeichnung des menschlichen Knochenaufbaus (*Ist so ein Medizinstudium nicht toll? Oder willst du zu Carlisle und nochmal heulen gehen?*) und in Englisch About a Boy Kapitel 24 interpretieren(*Heißt der Untertitel nicht Tag der toten Ente? Ja, Großer, so würde ich das definitiv auch bezeichnen... Quak!*).
Die Folterknechte wollen ja nicht, dass man seine freie Zeit zu sehr genießt, nicht wahr?!
*Okay! du bist der Kleine und ich bin von jetzt an der Große! Mmmh, dabei war ich es schon immer… So siehe mich an! Schau! Blicke auf mich! Bin ich nicht das wunderbarste und größte Geschöpf, was du jemals bewundern durftest?*
Die Zeit bis zum nächsten Morgen verbrachte ich in seligem Nichtstun, in meinem Zimmer, abgeschottet von der Außenwelt, in süßen Träumen erging ich mich in farbenprächtigen Phantasien über meine entzückende Aphrodite. Genoss die treffenden Klänge der Ouvertüre 1812, denn das Meisterwerk von Tschaikowsky beschrieb meinen Gemütszustand wohl am besten. Am Anfang war ich noch still und leise vor mich hin murmelnd, danach ging ich auf einen anstrengenden und zermürbenden Marsch in mein inneres Selbst, bevor dieser Abend hier zu einer wahrlichen Zermürbungsstrategie für mich wurde.
*Hey, Großer! Du weißt jetzt gerade schon, wie die Sache ausging, oder? Bist du jetzt eigentlich Russland oder Frankreich? Wenn du dich mit den Franzmännern identifizierst, würde ich lieber ein anderes Werk auflegen… Du machst einen echt verrückt! Dein Geschwafel, echt jetzt! Kannst du irgendetwas, irgendwann mal machen, ohne irgendeinen Kommentar von dir zu geben, in dessen Gegenwart Chaucer tot umfallen würde.. und zwar vor blassem Entsetzen?*
Ich stellte mir vor, wie ich sie ansprach, meine eiskalten Finger über ihre samtige Haut gleiten ließ.
*Ach… ist aber ein ziemlich schneller Übergang zwischen „Hi, ich bin Edward Cullen…!“ und ja streichel meine Haut. Du Nuss so wirst du das Mädchen niemals bekommen, was ich zu meinem Leidwesen zugeben muss...*
Sie war für mich nicht nur Aphrodite, sondern verkörperte, für mich, auch noch die Göttin Demeter.
Sie ließ Hoffnung in mir wachsen wie Demeter die Felder gedeihen lässt, wie Pomona die Kräuter und das Obst liebevoll zum Erblühen bringt.
*Ich liebe die Worte wachsen, gedeihen und erblühen… Mensch, und das in einem Satz… Großer, hey, du bist gut! Falscher Zusammenhang, aber eindeutig richtiger Ansatz! Weiter so!*
Ich kannte sie noch nicht und doch ließ sie wieder die Freude am Leben in mir sprießen, ließ meine Welt an Farbe gewinnen, vertrieb das düstere Grau und kolorierte alles in warmen Braun- und Grüntönten.
*Dieses Geschmalze hört so schnell wohl nicht mehr auf, oder?! Oh, Alice, meine Teure! Et dimitte nobis debita nostra,… Sicut et nos dimittimus debitoribus nostris. (Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.) Bitte befreie einen armen, im wahrsten Sinne des Wortes unschuldigen Großen von seiner Schuld, der mit rosaroter Brille durch die Gegend torkelt und dauernd irgendwelches zusammenhangloses Zeug von sich gibt… Alice, mein Traum… meine Traumfrau!Bring meinen Großen wieder zu Verstand! Bittteee!!!*
____
Nach Alice morgendlicher Outfitkontrolle begaben wir uns zur Schule, um dem eintönigen Alltag ins Gesicht zu sehen, doch heute sollte der erste Tag einer neuen Ära beginnen, ich wollte die Fehler der Vergangenheit in den Hintergrund schieben, wollte mich öffnen und Hoffnung schöpfen.
*Jetzt mach mal halblang... So let the Mercy come and wash away what I´ve done! *
Ich schritt, an der Forks High angekommen, zielstrebig in das Sekretariat.
"Ms Cope... gestern hat die neue Schülerin etwas verloren. Ich würde es ihr gerne zurückgeben. Könnten sie mir bitte sagen, wo sie jetzt Unterricht hat?"
Ich entfesselte meinen Charme und die geballte Ausdruckskraft meiner Augen und lächelte die Sekretärin schüchtern, mit schiefen Lächeln, an.
Ich wusste, nun würde ich absolut alles von ihr bekommen, alles, was ich wollte...
*Schäm dich, du bist so berechnend und eiskalt...Von wem hast du das bloß??? Ach ja von mir... Ich bin so stolz auf dich! Wieso hörst du nicht immer auf mich? Ignorant!*
Wie vermutet, war Ms Cope (geschätzte mindestens 76 Jahre alt, mausgrau, Hornbrille und absolut attraktiv… jedenfalls, wenn man nach dem Schönheitsideal von 1898 gehen würde…!) sofort angetan von mir und schnurrte schon fast: „Edward, mein Lieber, natürlich helfe ich dir gerne! So einen freundlichen jungen Mann wie dich trifft man ja nicht alle Tage!"
<Ach, ja, so ein wirklich netter junger Mann! Aber nein… böses Kopfkino! Viel zu jung für dich, Gerlinde… Aber diese Augen, so schimmernd! Und der Hintern… Das Gesicht so maskulin und aufreizend, wie gerne… nein, höre auf, daran zu denken! Der Junge ist nichts für dich! Denk an deinen vor Gott angetrauten Ehegatten… Los denk an Dave… mmh, aber diese Haare…!>
Und schon machte sie sich auf, die Akte der unbekannten Schönen herauszusuchen.
Gott, war ich jetzt um meine messerscharfen Vampiräuglein froh...
*DAS ist nicht das einzig Scharfe an dir, hihi! Wie du bemerkt hast… Deine Augen, deine Haare, dein Gesicht, ach und nicht zu vergessen, dein Hintern…!*
Ich schielte auf den Namen der gottgleichen Schönheit. Isabella...
Ein wunderschöner Name für ein bezauberndes und atemberaubendes Geschöpf.
Isabella, Bella, die Schöne. Hach und nicht nur schön, sondern bestimmt auch unglaublich intelligent und scharfsinnig…
*Gewiss ist sie scharfsinnig genug, um dir verliebten Gockel aus dem Weg zu gehen…*
Ich will sie kennenlernen… die Vergangenheit wird mich nicht verfolgen."So, Edward, die neue Schülerin, Isabella, hat…mhmmm…Moment…"
Mrs Cope breitete die Unterlagen direkt vor meiner, im Moment, nur allzu neugierigen Nase aus und ich verschlang ihren Stundenplan nur so mit meinen Augen, sog jedes kleinste Detail in mich ein, jeder Kurs, jede Freistunde, alles. Ich wusste, wann sie anfing, wann sie aufhörte… Es fehlten nur noch ihre Essenspläne, ihre Toilettengänge und mit wem sie sprach… Wenn das männliche Objekte wären… mmh ja! Im Wald ist noch Platz genug… für Massengräber!
*Großer, du bist so ein Perverser…ich bin stolz auf dich*
Endlich fand Mrs Cope die gesuchte Stelle in der Zettelwirtschaft vor ihr, also sie machte wirklich jedem verpeilten und verpennten Studenten Konkurrenz. Na eher der Bürokratie einer jeden Universität… keiner weiß, was der andere macht.. und wenn Person A zu Person T geht, um zu fragen, wo Person C irgendetwas abgelegt hatte… dann bricht wahrlich das Chaos los! Vielleicht sollte man mal Jasper auf das Bildungssystem loslassen um ein wenig militärische Präzision und Ordnung zu vermitteln.
*Gut, dass du nicht verpennt bist… ich komm nämlich ehrlich gesagt, bei deinem Geschwafel nicht mehr mit!*
>Hihi wär ich bestimmt, wenn ich schlafen könnte… egal zurück zum Wesentlichen.<
Mrs Cope nannte mir besagte Räumlichkeiten, ich bedankte mich, meiner Erziehung entsprechend, artig und gentlemenlike mit einem charmanten Lächeln, war schon im Begriff die Türklinke zu ergreifen, als ich mit gespielter Schusseligkeit dem Gang den Rücken kehrte, um Mrs Cope erneut mit meinen diversen Anliegen zu belästigen…nämlich mit der Änderung meines Stundenplans….
<Da ist er ja wieder… Ha, diese Augen! Sie glitzern und dieses Gesicht- so markant und männlich… Diese Haare- sie laden doch geradezu ein zum Wuscheln…Ach!>
*Ja langsam, Großer, immer ein Schritt nach dem anderen…Langsam aber stetig vorwärts, nicht wie Napoleon in Waterloo… denk lieber wie die kleine blaue Lokomotive!*
Ich schmiss meinen gesamten Stundenplan um.
Mein Bestreben war klar, gut, dass die ach so herzensgute Sekretärin kein Verdacht schöpfte, das wäre wirklich das letzte was mir fehlen würde, denn egal wie gütig diese Frau ist, genauso vertratscht ist sie auch…
*Oh ja, denk an letztes Jahr an Mary Winter. Die Schule wusste schon von ihrer Schwangerschaft, als sie es noch gar nicht wusste…*
… wenn sie es weiß, dann weiß es auch der Rest der Schule und somit auch diese diversen Kleinstadtpomeranzen, deren Hauptbeschäftigung es ist mich tagein tagaus sexuell zu belästigen und mir hinterherzulaufen wie folgsame Schoßhündchen.
*Ich amüsiere mich jetzt schon, wie du Gockel versuchst, diesen ganzen Zoo abzuwehren. Denn wenn etwas vergeben ist oder gar verboten, macht es doch umso mehr Spaß, es zu erobern, findest du nicht?*
Nachdem ich mein schulisches Leben komplett nach diesem anbetungswürdigen Mädchen gerichtet hatte, verließ ich mit einem glückseligen Lächeln und einer inneren Zufriedenheit das Sekretariat, wie ich sie noch nie in meinem Leben gefühlt hatte und begab mich mit einem völlig untypischen Grinsen auf meinen ersten Beobachtungsposten, nämlich in den Klassenraum, wo jetzt Mathematik stattfand.
*Hast du Drogen genommen? Wenn ja, ich will auch was davon! Oder wieso schwebst du auf so ungeahnten Sphären…?*
Der Raum war noch leer, alle schoben ihre Ankunft im Klassenraum soweit hinaus, bis es klingelte.
Schon als ich den Raum betrat roch ich sie.
Ihr unvergleichlicher Duft, der schon seit dem Vortag im Raum hing, immer noch so intensiv und berauschend, als würde sie in Sport direkt neben mir sein, um über den Bock zu springen.
*Oh ja der Bock…hab ich schon erwähnt, dass ich Bockspringen liebe?! Nein? Dann weißt du es jetzt! Aber du lässt mich nie… es wär so einfach.. wir beide würden einen guten Bock abgeben, du kannst auch deine glorifizierte Henne mitnehmen, von mir aus!*
Sie saß in der letzten Reihe…
Wo sollte ich mich am besten hinsetzen, um sie im Auge habe zu können, schließlich hab ich meinen Stundenplan nicht umgekrempelt um vor ihr zu sitzen und dem Unterricht zu folgen.
*Wo denkst du hin?! Natürlich nicht! Du hast deinen Stundenplan umgekrempelt um deinen gelangweilten Vampiräuglein einen visuellen Hochgenuss zu gönnen… und meinen Äuglein ebenso.*
Wie ein Wink des Schicksals erschien es mir, dass genau neben meiner heimlichen Angebeteten der Platz frei war. Wollte sie allein sitzen oder wollte niemand mit ihr Freundschaft schließen??? Nein! DAS kann ich mir nicht vorstellen! Jeder sollte mit solch einem bezaubernden Wesen befreundet sein wollen!
*Haha bedenke, worum du bittest, bevor dir deine Traumfrau von einem anderen vor der Nase weggeschnappt wird…zum Beispiel Mike oder Tyler oder Eric….brrr…Ich erinnere dich nur sehr ungern an zwei elementare Tatsachen… Der Wald ist zwar tief und groß, aber Leichen sind trotzdem nicht leicht zu entsorgen, auch für Vampire nicht… Zweitens, Großer: Komm von deiner Stratosphäre runter… du Gockel!*
>Hey treib mich jetzt nicht zur Weißglut, sonst sehe ich meine Angebetete überhaupt nicht und dann bin ich genervt, und zwar tödlich und rate mal wer das dann ausbaden darf?<
*So Großer, nur zur Erinnerung… Alles was du mir antust, kommt unweigerlich auf dich zurück! Überlege es dir! Alsooo ich finde es am besten wenn du dich direkt neben sie setzt…wie wär`s Großer?*
>Tzzz… geht doch…<
Also gut, ich platzierte mich strategisch günstig, direkt an dem Tisch, mit diesem Duft, der mir sämtliche Sinne zu vernebeln drohte, oh Gott, dieses Mädchen wird mich umbringen…
*Haha wie gut, dass du schon tot bist… Großer, du bist heute so verpeilt, ich muss dich daran erinnern, das du ein Vampir bist… Das Blödeste, was dir passieren kann, ist, das du anschließend mit roten Augen durch die Gegend läufst… Weil du deine Kurze hier, vor lauter Himmel-Hoch-jauzend-wie-schön-ist-doch-ihr-Duft ausgesaugt hast… Also pass auf, ja? *
Endlich klingelte es zur ersten Stunde.
Zu meiner Schande muss ich jetzt wohl gestehen, dass ich wohl tatsächlich mit Alice verwandt bin. Innerlich hüpfte ich aufgeregt, wie kleine Kinder am 25.Dezember, auf meinem Stuhl auf und ab, in freudiger Erwartung, was der Tag bringen mag, äußerlich lehnte ich mich lässig in meinem Stuhl zurück.
Wenn eine dieser erbärmlichen Kleinstadtpomeranzen den Raum betreten würde, würde ich sie innerlich vor Wonne seufzen hören.
*Neihein duuu bist ja kein Stück eingebildet, arrogant oder versnobt…keine ist dir gut genug und wenn du eine findest, die deinen hohen moralischen, ethischen und gesellschaftlichen Normen, Werten und Prinzipien entspricht, dann bist du feige…also ich sag da nur, wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen werfen, aber ICH hab hier anscheinend nix mehr zu melden, obwohl ICH hier eigentlich das Sagen habe… Das hatte ich dir schon einige Male gesagt, aber nie hörst du auf mich! Ich bin beleidigt!*
Langsam, aber sicher füllte sich der Klassenraum, um am verhassten Mathematikunterricht teilzunehmen. Also wenn ich soviel Wasserstoffperoxid benutzt hätte wie diese Kleinstadtpomeranzen, dann würde es mir auch schwerfallen einen Zirkel artgerecht zu bedienen und Gefahr laufen, mir damit meine Augen auszustechen. Wenn sie nicht auf Grund dieses sogenannten Lidschattens nicht schon auf Dauer verklebt wären…
Also ich schweife schon wieder ab, aber ich muss meine geistigen Ergüsse loswerden, bevor ich höchstwahrscheinlich meinen Sprachschatz verliere. Oh ich sehe schon…ab jetzt gibt es nur noch kurze, triviale, nichts zu bedeutende Hauptsätze, denn gerade schritt meine heimliche Liebe, ja Liebe ihr habt richtig gelesen, durch die Tür und steuerte zielsicher ihren angestammten Platz, neben mir, an.
*Kann es sein, dass deine ausgewachsene Schwärmerei langsam, aber sicher in obsessive Verfolgung ausartet…Großer, du bist sowas von verloren… Mmmh, gibt es irgendein Gesetz in der Verfassung, die so was hier verbieten…? Wieso haben die werten Herren von 1776 nicht daran gedacht, einen verliebten Gockel, alias Vampir hineinzunehmen… Ignoranten!*
Das wundervollste Geschöpf auf Erden setzte sich neben mich, Zentimeter von mir entfernt, ich bräuchte nur meinen Arm ausstrecken, die Hand ein wenig heben und schon würde mein eiskalter Handrücken über ihre Pfirsichhaut streichen.
*Ergehe dich nicht in Phantasievorstellungen, sondern konzentriere dich auf das Wesentliche, nämlich mich… Wenn ein jeder hier seine Phantasievorstellungen auspacken würde, Großer! Oh je… du würdest aber sowas von mit roten Ohren herumlaufen* (AN: Jetzt wissen wir auch, woher Edward in dem Twilight-Film an der Essenstheke die roten Ohren hat…)
Ich spürte ihre Augen auf mir, meine Haut prickelte, brannte, als würden ihre Augen funkeln wie glühende Kohlen. Ich erkannte, vor ihr würde ich mein Geheimnis nicht bewahren können, sie forderte mich stumm heraus.
*Reimst du dir da nicht etwas zusammen???*
Ich nahm all meinen Mut zusammen, natürlich merkte man mir äußerlich nichts an, einmal muss es auch von Vorteil sein, ein elendiger Blutsauger zu sein, drehte meinen Kopf, sah ihr tief in die Augen, drohte zu ertrinken und lächelte. Ich war die stoische Ruhe selbst- äußerlich zumindest.
Ich hörte, wir ihr kleines, schwaches, menschliches Herz einen Schlag aussetzte und ICH kam einem Herzinfarkt gefährlich nahe.
*Puh…ich wiederhole mich ungern, aber gut, dass du schon tot bist…Also wenn du nicht höllisch aufpasst, dann ist sie schneller tot, als du an einem Herzinfarkt sterben kannst…*
>Du morbides Etwas…<
Sollte ich es wagen mich vorzustellen? Wäre es unhöflich mich einfach nur wegzudrehen? Könnte ich mich einfach so wegdrehen und dem Unterricht "folgen"?
Natürlich siegte nicht mein überaus scharfer Verstand, sondern mein überaus wackliger Gemütszustand.
"Hallo, ich bin Edward Cullen. Du bist…Isabella, oder?" sprach ich meine schöne Helena an und versuchte ein überaus charmantes Lächeln auf meinen Lippen zu zaubern, was absolut kläglich scheiterte. Ich kam mir vor wie ein Idiot…
*Du bist einer…*
"Bella" korrigierte sie mich, was meinem toten Herzen, beim Klang ihrer überaus lieblichen Stimme, einen Elektroschock versetzte. Und hätte ich gekonnt hätte ich angefangen zu schwitzen, als sie mich scheu und gleichzeitig so lasziv durch ihre dichten Wimpern hindurch anlächelte und ihre strahlend weißen Zähne entblößte.
Nun hielt ich lieber meinen Mund, denn ich glaube, hätte ich noch etwas gesagt, hätte ich angefangen zu stottern, und dies war selbst einem Vampir so gut wie unmöglich.
*Du bist ein Idiot… ein Idiot… ein Idiot! Ein schwachsinniger, verliebter Gockel! Hatte ich schon einmal Idiot erwähnt?*
Also drehte ich mich Richtung Lehrer, um vorzugeben dem Unterricht zu folgen.
Eigentlich beobachtete ich die ganze Zeit meine anbetungswürdige Banknachbarin, genoss ihren Duft, der zu mir driftete, wenn sie sich bewegte und inspizierte ihr makelloses Gesichtsprofil.
Das Gift lief in meinen Mund zusammen. Das Monster in mir streckte sich, um langsam zum Leben zu erwachen…
Gedanklich aber erging ich mich in choralen Lobpreisungen, wie es die gregorianischen Mönche es nicht besser könnten, um der Schönheit neben mir stillen Tribut zu zollen.
*Ich hab es ja schon immer gewusst, aber dass mir dieses Tatsache mal so unverhohlen ins Gesicht schlagen würde, hätte ich niemals geahnt… es schlägt nicht nur ins Gesicht… Es zerschmettert mich mit einer Abrissbirne… aber nun muss ich es aussprechen: non compos mentis; du bist nicht Herr deiner selbst…*

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen